A1 auf A2 – Alles zur Aufstiegsprüfung

Du besitzt bereits die Führerscheinklasse A1 und möchtest auf die Klasse A2 aufsteigen? Dann hast du es deutlich einfacher als beim erstmaligen Erwerb eines Motorradführerscheins.

Für den Aufstieg von A1 auf A2 ist keine theoretische Prüfung erforderlich. Auch die Theorieausbildung entfällt. Stattdessen musst du lediglich eine praktische Aufstiegsprüfung auf einem Motorrad der Klasse A2 bestehen.

Auf dieser Seite erfährst du, welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, welche Grundfahraufgaben geprüft werden und worauf du bei der praktischen Prüfung besonders achten solltest. Außerdem findest du hilfreiche Videos und Tipps aus der Fahrschulpraxis, damit du bestens auf deine Aufstiegsprüfung vorbereitet bist.

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So läuft die Motorrad Aufstiegsprüfung In diesem Video siehst du eine Aufstiegsprüfung Motorrad

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In obigem Video siehst du eine Aufstiegsprüfung Motorrad, am Start ist Simon. Diese Prüfungsreportage zeigt euch eine komplette Prüfung inkl. Vorstellung, Abfahrtkontrolle und allen Grundfahraufgaben. Man spürt den schmalen Grad zwischen Bestehen und Durchfallen hautnah. Schafft es Simon?

Was sind die Voraussetzungen um von A1 auf A2 aufsteigen zu können?

In Deutschland kannst du von A1 auf A2 aufsteigen, wenn folgende Voraussetzungen erfüllt sind:


Du bist mindestens 2 Jahre im Besitz der Klasse A1 (Das Datum der Prüfung ist entscheidend)


Du benötigst:


  • Mindestalter: 18 Jahre
  • Führerschein Klasse A1 seit mindestens 2 Jahren
  • Keine theoretische Prüfung
  • Keine Pflichtfahrstunden
  • Keine Theorieausbildung


Wir empfehlen dir für die Vorbereitung jedoch mindestens eine Doppelstunde einzuplanen


Beachte:
Eine praktische Prüfung ist auch vor Ablauf der 2 Jahre möglich. Der Führerschein wird jedoch erst nach erreichen der 2 Jahre ausgehändigt.


Wie läuft die Aufstiegsprüfung ab, welche Grundfahraufgaben werden geprüft?

Du machst eine praktische Prüfung (Mit ca. 60 Minuten Dauer)


Geprüft werden u. a.:


  • Grundfahraufgaben
  • Landstraße
  • Autobahn
  • Stadtverkehr


Das wird vom Fahrprüfer entsprechend den Vorgaben der Prüfungsordnung und den Qualitätskriterien des TÜV/Dekra entschieden


Welches Motorrad ist für die A2-Prüfung Pflicht?


Du musst die Prüfung auf einem Motorrad der Klasse A2 (welches die Anforderungen an ein Prüfungsfahrzeug erfüllt) ablegen


  • Diese Maschinen haben mindestens 20 kW (27 PS) und maximal 35 kW (48 PS)
  • mindestens 245 cm³ Hubraum
  • Verhältnis Leistung/Gewicht: maximal 0,2 kW/kg
  • Das Motorrad darf nicht von einem Fahrzeug mit mehr als 70 kW Ausgangsleistung abgeleitet sein


Was sind Typische A2-Prüfungsmotorräder in den Fahrschulen?


  • Yamaha MT-03
  • Honda CB500F
  • KTM 390 Duke
  • Kawasaki Z500


Kann ich mein eigenes Motorrad benutzen?


Du kannst die Motorradausbildung grundsätzlich auch mit deinem eigenen Motorrad absolvieren, sofern es die Anforderungen an ein Prüfungsfahrzeug erfüllt (siehe oben). Sprich diesen Wunsch jedoch frühzeitig mit deiner Fahrschule ab, damit alle organisatorischen und rechtlichen Voraussetzungen geklärt werden können.

Zusätzlich benötigst du in der Regel eine Bestätigung deiner Kfz-Versicherung, dass dein Motorrad für die Fahrausbildung genutzt werden darf. Da in diesem Fall kein Fahrschulmotorrad bereitgestellt werden muss, gewähren viele Fahrschulen einen Preisnachlass auf die Ausbildung.


Welche Grundfahraufgaben müssen beherrscht werden?


Für die praktische Prüfung sind insgesamt vier Grundfahraufgaben zu absolvieren. Welche Aufgaben geprüft werden und worauf du dabei achten solltest, erfährst du weiter unten auf dieser Seite.


Welche Regelung gilt für Inhaber der alten Klasse 1b?

Besitzt du noch den alten Führerschein der Klasse 1b und möchtest die Fahrerlaubnis der Klasse A2 erwerben, handelt es sich um eine Fahrerlaubniserweiterung. Dafür sind eine theoretische und eine praktische Prüfung erforderlich. Zudem müssen sechs Sonderfahrten absolviert werden. Weitere Fahrstunden richten sich nach deinem individuellen Ausbildungsstand und werden bei Bedarf durchgeführt.

Welche Motorrad Grundfahraufgaben gibt es insgesamt?

Hier siehst du ALLE Aufgaben für die Motorrad-Klassen A, A1, A2 für die Klasse AM gibt es ähnliche Aufgaben


„O“ steht für obligatorisch – diese Grundfahraufgabe ist verpflichtend.
„A“ steht für alternativ – der Prüfer wählt sie aus mehreren möglichen Aufgaben aus.


Aufgabe GA-Nummer Bemerkung
Fahren eines Slaloms mit Schrittgeschwindigkeit (5 x 3,5m Abstand) 1 o
Abbremsen mit höchstmöglicher Verzögerung 2 o
Ausweichen ohne Abbremsen 3 o
Ausweichen nach Abbremsen 4 o
Slalom (4 x 7m Abstand) 5 A
Langer Slalom (4 x 9m / 2 x 7m Abstand) 6 innerhalb dieser 2 Aufgaben
Fahren mit Schrittgeschwindigkeit geradeaus 7 A
Stop and Go 8 innerhalb dieser 3 Aufgaben
Kreisfahrt (4,5 m Halbmesser) 9

Welche Aufgaben müssen bei der Aufstiegsprüfung gezeigt werden?

Bei der Aufstiegsprüfung sind nur vier Grundfahraufgaben zu absolvieren. Die alternativen Aufgaben entfallen vollständig.

Das bedeutet: Unabhängig davon, ob du von A1 auf A2 oder von A2 auf A aufsteigst, werden immer dieselben vier Übungen geprüft:


  • Fahren eines Slaloms mit Schrittgeschwindigkeit (5 Pylonen, 3,5 m Abstand)
  • Abbremsen mit höchstmöglicher Verzögerung (aus 50 km/h)
  • Ausweichen ohne Abbremsen (mit 50 km/h)
  • Ausweichen nach Abbremsen (von 50 km/h auf 30 km/h)


Hinweis:
Diese Grundfahraufgaben sind bei beiden Aufstiegsprüfungen -A1 auf A2 und A2 auf A -  identisch.

Warum gibt es überhaupt Motorrad Grundfahraufgaben?


Die Grundfahraufgaben bereiten dich gezielt auf typische Situationen im Straßenverkehr vor. Einige Beispiele:


  • Schrittgeschwindigkeit: Diese Übung entspricht Situationen im zähfließenden Stadtverkehr, in denen das Motorrad sicher und kontrolliert bei sehr niedriger Geschwindigkeit bewegt werden muss.


  • Stop and Go: Das wiederholte Anfahren und Anhalten trainiert die sichere Fahrzeugbeherrschung im stockenden Verkehr, beispielsweise an Ampeln, Baustellen oder im Stop-and-Go-Verkehr. Gleichzeitig verbesserst du das Zusammenspiel von Kupplung, Gas und Bremse.


  • Bremsen und Bremsen mit Ausweichen: Diese Grundfahraufgaben bereiten auf plötzlich auftretende Gefahrensituationen vor, etwa wenn ein Auto unerwartet rückwärts auf die Fahrbahn fährt, eine Fahrzeugtür geöffnet wird oder ein Hindernis auf der Straße erscheint.


  • Slalom: Durch die Slalom-Übungen trainierst du das sichere Fahren in Schräglage und entwickelst mehr Vertrauen in dein Motorrad sowie in den Grip der Reifen.


  • Kreisfahrt: Die Kreisfahrt verbessert die Blicktechnik, das Gleichgewicht und die Fahrzeugbeherrschung. Gleichzeitig bildet sie eine wichtige Grundlage für das sichere Fahren von Kurven und Serpentinen.


Weitere Einblicke zum Ausweichen ohne Abbremsen in der Praxis – ein reales Beispiel

Dieses Video zeigt eindrucksvoll, warum das Ausweichen mit/ohne Abbremsen zu den wichtigsten Grundfahraufgaben der Motorradprüfung gehört. Anhand einer realen Verkehrssituation wird deutlich, wie schnell eine Ausweichreaktion erforderlich werden kann und weshalb diese Übung in der Ausbildung intensiv trainiert wird.

Darf man während der Motorradprüfung andere Motorradfahrer grüßen?

Während seiner Aufstiegsprüfung von der Klasse A2 auf A grüßt Simon einen entgegenkommenden Motorradfahrer – mitten während der Prüfungsfahrt. Doch ist das überhaupt erlaubt?


Grundsätzlich ja. Das Grüßen anderer Motorradfahrer ist nicht verboten und gehört für viele Biker einfach dazu. Ob ihr während der Fahrt grüßt oder nicht, bleibt euch selbst überlassen. Der Prüfer wird dies in der Regel weder positiv noch negativ bewerten.

Problematisch wird es jedoch, wenn das Grüßen eure Aufmerksamkeit vom Verkehr ablenkt. In der Motorradprüfung ist volle Konzentration gefragt. Schon eine kurze Unachtsamkeit kann dazu führen, dass Geschwindigkeitsbegrenzungen, Vorfahrtsregelungen oder andere wichtige Verkehrssituationen zu spät erkannt werden.


Besonders schwerwiegend wäre es beispielsweise, einen Linienbus mit eingeschaltetem Warnblinker zu übersehen. Solche Fehler gelten als sicherheitsrelevant und können zum Nichtbestehen der praktischen Prüfung führen.


Unsere Empfehlung lautet daher: Verzichtet während der Motorradprüfung auf das Grüßen anderer Motorradfahrer und konzentriert euch vollständig auf den Verkehr sowie die Anweisungen des Prüfers. Nach bestandener Prüfung bleibt noch genügend Zeit, die Hand zum Bikergruß zu heben.


Wenn du mehr über die Aufstiegsprüfung von A2 auf A erfahren möchtest, findest du hier alle wichtigen Informationen zum Ablauf, den Voraussetzungen und der praktischen Prüfung.

Warum ist der Schulterblick auch bei der Motorradprüfung so wichtig?

Der Schulterblick gehört zu den wichtigsten Grundfertigkeiten in der praktischen Führerscheinprüfung. Er dient dazu, den toten Winkel zu kontrollieren und andere Verkehrsteilnehmer rechtzeitig zu erkennen. Wird der Schulterblick vergessen, können gefährliche Situationen entstehen – insbesondere beim Anfahren, Spurwechsel oder Abbiegen. Je nach Situation kann bereits ein einziger fehlender Schulterblick zum sofortigen Nichtbestehen der praktischen Prüfung führen.

Wie entscheidend dieser Blick sein kann, zeigt diese mittlerweile sehr bekannte 9-Sekunden-Prüfung der Klasse B: Ein einziger Fehler genügt – und die Prüfung ist bereits nach wenigen Metern beendet.

So vermeidest du den Schulterblickfehler in deiner Fahrprüfung

  • Den Schulterblick in jeder Fahrstunde bewusst üben.

  • Vor jedem Spurwechsel und Abbiegen dieselbe Reihenfolge anwenden.

  • Erst Spiegel prüfen, blinken und den Schulterblick machen – dann fahren.

  • Wiederhole den Ablauf so oft, bis er zur Gewohnheit wird.

FAQ: Häufige Fragen zur Aufstiegsprüfung A1 auf A2

Wieviel Fahrstunden benötige ich für den Aufstieg von A1 auf A2? 
Wenn du mit deiner A1-Maschine gut im Training bist, wirst du dich meist schnell an das größere Motorrad gewöhnen. Da es bei der Aufstiegsprüfung jedoch nicht nur ums Fahren, sondern auch um den Prüfungsablauf geht, empfehlen wir eine gezielte Vorbereitung. Nach unserer Erfahrung kommen viele Fahrschüler bereits mit einer Doppelstunde gut zurecht. Je nach Vorerfahrung und Fahrpraxis können jedoch auch weitere Fahrstunden sinnvoll sein.

Wann sollte ich mit dem Training anfangen?
Sprich am besten frühzeitig mit deinem Fahrlehrer oder deiner Fahrschule und stelle rechtzeitig den Antrag auf die Aufstiegsprüfung bei der zuständigen Fahrerlaubnisbehörde. Sobald die Genehmigung vorliegt, kann deine Fahrschule deine Vorbereitung planen und einen passenden Prüfungstermin für dich organisieren.

Bitte beachte, dass die Prüfungstermine von den Kapazitäten des TÜV bzw. der DEKRA abhängen. Deshalb können Wartezeiten entstehen, auf die deine Fahrschule keinen Einfluss hat.

Kann man schon vor Ablauf der 2-Jahresfrist die praktische Prüfung machen?
Ja. Du kannst die praktische Aufstiegsprüfung bereits vor Ablauf der zweijährigen Besitzdauer der Klasse A1 ablegen. Den Führerschein der Klasse A2 erhältst du jedoch erst, wenn die gesetzliche Zweijahresfrist erfüllt ist.

Kann ich mit meiner eigenen A2-Maschine fahren?
Ja. Du kannst die Aufstiegsprüfung grundsätzlich auch mit deinem eigenen A2-Motorrad absolvieren. Voraussetzung ist, dass dein Motorrad als Prüfungsfahrzeug zugelassen ist und die gesetzlichen Anforderungen erfüllt.

Bei uns ist das grundsätzlich möglich. Bitte sprich uns frühzeitig an, damit wir alle organisatorischen Voraussetzungen gemeinsam klären können. Außerdem benötigen wir rechtzeitig eine Bestätigung deiner Kfz-Versicherung, dass dein Motorrad zu Ausbildungszwecken und für die praktische Fahrerlaubnisprüfung genutzt werden darf.

Wie viele Grundfahraufgaben muss ich bei der Aufstiegsprüfung absolvieren?
In der praktischen Aufstiegsprüfung von A1 auf A2 werden lediglich
vier Grundfahraufgaben geprüft.

Kann es weitere Aufgaben geben?
Ja. Neben den Grundfahraufgaben kann der Prüfer auch eine Überholaufgabe in die Prüfungsfahrt einbauen. Außerdem kann es die Verkehrssituation erforderlich machen, dass du am Berg anfahren musst. Auch auf solche Fahraufgaben solltest du vorbereitet sein..

Brauche ich Motorrad-Schutzkleidung?
Ja. Für die praktische Aufstiegsprüfung musst du vollständige Motorrad-Schutzkleidung tragen. Dazu gehören ein Motorradhelm, Motorradhandschuhe, eine Motorradjacke mit Protektoren, eine Motorradhose mit Protektoren (oder gleichwertige Schutzkleidung) sowie knöchelhohe Motorradschuhe oder Motorradstiefel. Ohne geeignete Schutzkleidung wird die praktische Prüfung in der Regel nicht durchgeführt.


Seit wann gilt die heutige Aufstiegsregelung?
Die heutige Aufstiegsregelung gilt in Deutschland seit dem 19. Januar 2013. Mit der Umsetzung der 3. EU-Führerscheinrichtlinie wurde das bisherige System der Klasse A (beschränkt) durch die Fahrerlaubnisklassen A1, A2 und A ersetzt. Seitdem ist für den Aufstieg jeweils eine praktische Prüfung erforderlich.


Sollte ich auf die Führerscheinreform warten?

Nach unserer Einschätzung eher nicht. Auch wenn die geplante Führerscheinreform unter anderem das Ziel verfolgt, die Führerscheinausbildung kostengünstiger und flexibler zu gestalten, ist derzeit nicht absehbar, ob dieses Ziel tatsächlich erreicht wird. Je nach Ausgestaltung der neuen Regelungen könnten sich für Fahrschüler sogar zusätzliche Anforderungen und damit höhere Ausbildungskosten ergeben.

Wer den Führerschein zeitnah beginnen oder abschließen kann, ist daher aus unserer Sicht meist besser beraten, nicht auf die Reform zu warten, sondern die Ausbildung nach den aktuell geltenden Regelungen zu absolvieren.

Unabhängig davon gilt: Bis zum Inkrafttreten können sich die geplanten Änderungen noch ändern. Informiere dich deshalb regelmäßig bei deiner Fahrschule über den aktuellen Stand und darüber, welche Regelungen für deine Ausbildung gelten.
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Gibt es schon eine Prüfungsreportage zu einer Aufstiegsprüfung?

Ja. Auf unserem YouTube-Kanal findest du bereits mehrere dokumentarische Prüfungsreportagen zur Aufstiegsprüfung. Eine besonders spannende Reportage begleitet Simon vom ersten Meter seiner Aufstiegsprüfung  bis zum entscheidenden Moment. Dabei erhältst du authentische Einblicke in den Prüfungsablauf und erfährst, worauf in der Fahrprüfung besonders geachtet wird.