9 Sekunden in der Fahrprüfung – und alles ist vorbei (Schulterblick Fehler)
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In 9 Sekunden bei der Prüfung durchgefallen Video: In dieser 9 Sekunden dauernden Prüfung siehst du den wichtigsten Fehler in der Fahrprüfung (Schulterblick!) inklusive Bewertung und sehr kritischer Situation.
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Nur wenige Sekunden entscheiden über Bestehen oder Durchfallen. Der fehlende Schulterblick zählt zu den häufigsten Prüfungsfehlern in der praktischen Fahrprüfung und führt jedes Jahr bei zahlreichen Fahrschülern zum Nichtbestehen.
In obigem Video siehst du eine realistische Prüfungssituation, die eindrucksvoll zeigt, wie schnell ein kleiner Moment der Unachtsamkeit große Folgen haben kann. Erkennst du den Fehler, bevor der Prüfer die Entscheidung trifft?
Gerade beim Abbiegen, Fahrstreifenwechsel oder Anfahren darf der Schulterblick niemals vergessen werden. Er dient nicht nur dem Bestehen der Prüfung, sondern vor allem der Sicherheit im Straßenverkehr.
Warum passiert so ein Fehler überhaupt?
Die meisten Menschen wissen, dass der Schulterblick wichtig ist. Trotzdem wird er häufig übersehen – nicht aus Unwissenheit, sondern aus Routine, Ablenkung oder Stress. Gerade in anspruchsvollen Verkehrssituationen konzentriert man sich oft auf das, was vor einem passiert, und vergisst den kurzen Blick in den toten Winkel. Genau daraus entstehen viele gefährliche Situationen.
Durchfallen nach nur 9 Sekunden, das ist die 9 Sekunden Prüfung
Viele Zuschauer kennen dieses Video inzwischen als die legendäre #9SekPruefung. Der Prüfling übersieht den Schulterblick und die Fahrprüfung ist bereits nach wenigen Sekunden beendet.
Beim Losfahren kommt dabei unglücklicherweise ein Auto von hinten. Sowohl der Prüfer als auch der Fahrlehrer reagieren zum Glück schnell, sodass nichts passiert.
Kein Schulterblick und die Fahrprüfung ist nach 9 Sekunden beendet
In dieser Fahrprüfung der Klasse B passiert also ein schwerer, aber recht häufiger Fehler:
Die Fahrschülerin fährt los, ohne den Schulterblick zu machen. Der Schulterblick ist wichtig um den Toten Winkel zu überprüfen. (siehe Was ist der Tote Winkel)
Ein Auto kommt zur selben Zeit von hinten – die Schülerin hat das Auto wegen dem fehlenden Schulterblick nicht gesehen - der Prüfer muss sofort eingreifen, der Fahrlehrer zusätzlich bremsen.
Ergebnis: Nach nur 9 Sekunden ist die Prüfung beendet, die Schülerin ist durchgefallen.
Es ist nicht klar, ob sie den Schulterblick vielleicht „nur“ vergessen hat – zum Beispiel wegen großer Nervosität. Das Warum spielt in diesem Fall jedoch keine Rolle. Entscheidend sind das Ergebnis und die entstandene Gefahr.
Übrigens: Wie Nervosität zum echten Problem werden kann, siehst du in einer anderen
Prüfungsreportage mit Gisela.
Im obigen Video siehst du die komplette Situation. Achte besonders auf den fehlenden Schulterblick beim Anfahren. Dies ist im Video sehr deutlich zu sehen.
Was ist der Tote Winkel?
Der Tote Winkel ist ein Bereich neben und leicht hinter dem Fahrzeug, der weder im Innen- noch im Außenspiegel vollständig sichtbar ist. Dort können sich andere Verkehrsteilnehmer wie Fahrräder, Motorräder oder Autos befinden, ohne dass der Fahrer sie bemerkt. Erst durch den Schulterblick wird dieser Bereich kontrolliert und mögliche Gefahren werden sichtbar.
Warum gibt es einen Toten Winkel?
Selbst mit mehreren Spiegeln kann der Fahrer nicht rund um sein Fahrzeug sehen. Die Spiegel zeigen immer nur einen bestimmten Ausschnitt der Umgebung. Zwischen diesen Sichtfeldern entstehen kleine Bereiche, die verborgen bleiben. Genau diese Bereiche werden als Toter Winkel bezeichnet. Deshalb ist der Schulterblick notwendig: Er ermöglicht einen direkten Blick auf die Stellen, die die Spiegel nicht erfassen können.
Wie kann man den Toten Winkel vermeiden?
Ganz vermeiden lässt sich der Tote Winkel bei den meisten Fahrzeugen nicht. Man kann das Risiko jedoch deutlich verringern, indem man die Spiegel richtig einstellt und vor wichtigen Fahrmanövern immer einen Schulterblick macht.
Der Schulterblick ist dabei die wichtigste Kontrolle, denn er zeigt Bereiche, die in den Spiegeln nicht sichtbar sind. Moderne Fahrzeuge verfügen zusätzlich oft über Totwinkel-Assistenten, die vor Fahrzeugen im Toten Winkel warnen. Diese Systeme unterstützen den Fahrer, ersetzen den Schulterblick aber nicht.
Merke: Spiegel prüfen, blinken und Schulterblick machen – nur die Kombination sorgt für maximale Sicherheit.
Bei welchen Fahrzeugen gibt es die gefährlichsten Toten Winkel?
Besonders große Fahrzeuge haben oft größere und gefährlichere Tote Winkel als normale Pkw. Dazu gehören vor allem Lkw, Busse und Transporter. Durch ihre Größe und die höhere Sitzposition können Bereiche direkt neben, hinter oder sogar vor dem Fahrzeug für den Fahrer schwer einsehbar sein.
Bei einem Lkw können sich beispielsweise mehrere Personen oder sogar ganze Fahrzeuge im Toten Winkel befinden, ohne dass der Fahrer sie sehen kann. Deshalb ist besondere Vorsicht geboten, wenn man sich neben großen Fahrzeugen bewegt – vor allem an Kreuzungen und beim Abbiegen.
Auch Pkw haben Tote Winkel, diese sind jedoch meist deutlich kleiner als bei großen Nutzfahrzeugen.
Merke: Je größer das Fahrzeug, desto größer sind in der Regel auch die Bereiche, die der Fahrer nicht direkt einsehen kann. Deshalb sind die Toten Winkel bei Lkw und Bussen besonders gefährlich.
Gibt es Unfälle wegen des Toten Winkels?
Ja. Jedes Jahr kommt es zu Unfällen, weil Verkehrsteilnehmer im Toten Winkel eines Fahrzeugs übersehen werden. Besonders häufig betrifft das Radfahrer, E-Scooter-Fahrer, Motorradfahrer und Fußgänger.
Eine typische Gefahrensituation entsteht, wenn ein Lkw oder Bus abbiegt. Befindet sich ein Radfahrer seitlich neben dem Fahrzeug im Toten Winkel, kann der Fahrer ihn trotz Blick in die Spiegel übersehen. Die Folgen können schwerwiegend sein.
Auch bei Pkw können Unfälle passieren, zum Beispiel beim Spurwechsel auf der Autobahn. Wird der Schulterblick vergessen, kann sich ein anderes Fahrzeug im Toten Winkel befinden und übersehen werden.
Deshalb gilt: Spiegel allein reichen nicht aus. Der Schulterblick hilft dabei, den Toten Winkel zu kontrollieren und viele Unfälle zu vermeiden.
Wusstest du?
Viele Schulterblick-Fehler in der Fahrprüfung werden als schwerwiegend bewertet, weil sie im echten Straßenverkehr zu gefährlichen Unfällen führen können. Schon ein kurzer Schulterblick kann entscheidend sein.
Ein besonders tragischer Unfall
In der Stadt Laufen an der Salzach ereignete sich vor einigen Jahren ein tragischer Unfall. Eine Seniorin überquerte bei grüner Fußgängerampel die Straße und hatte die Fahrbahn noch nicht vollständig verlassen. Als die Ampel für den Fahrzeugverkehr auf Grün schaltete, fuhr ein an der Ampel wartender Lkw an. Der Fahrer bemerkte die Seniorin offenbar nicht, da sie sich in einem Bereich befand, der für ihn nur schwer oder gar nicht einsehbar war. Es kam zu einem schweren Unfall, bei dem die Frau tödlich verletzt wurde.
Wohin schaut man beim Schulterblick genau?
Beim Schulterblick drehst du deinen Kopf kurz über die Schulter in die Richtung, in die du fahren oder abbiegen möchtest. Dabei kontrollierst du den Bereich neben und leicht hinter deinem Fahrzeug – also genau den Bereich, der in den Spiegeln möglicherweise nicht sichtbar ist.
Je nach Situation bedeutet das:
- Beim Spurwechsel nach links: Über die linke Schulter nach hinten schauen.
- Beim Spurwechsel nach rechts: Über die rechte Schulter nach hinten schauen.
- Beim Abbiegen nach rechts: Über die rechte Schulter prüfen, ob sich dort Radfahrer oder andere Verkehrsteilnehmer befinden.
- Beim Anfahren vom Fahrbahnrand: Die entsprechende Seite und den Verkehr hinter dem Fahrzeug kontrollieren.
Wichtig ist, dass der Schulterblick nicht nur eine Kopfbewegung ist. Ziel ist es, den Bereich des Toten Winkels tatsächlich bewusst zu überprüfen und mögliche Gefahren rechtzeitig zu erkennen.
Wie kann der Fahrprüfer in einer Prüfung eingreifen, er sitzt doch hinten?
Der Fahrprüfer kann während einer Prüfung nicht aktiv, also physisch, in das Fahrgeschehen eingreifen. Er kann jedoch verbal - also mit seiner Sprache - eingreifen, etwa durch klare Anweisungen. Dazu genügt beispielsweise ein einfaches „Stopp“ oder auch nur "Halt"
Ein solcher Eingriff bedeutet in der Regel das Ende der Prüfungsfahrt – auch wenn der Prüfer dies nicht ausdrücklich so formuliert. Er sagt also meistens nicht direkt: „Sie sind durchgefallen.“ Das offizielle Ergebnis wird dem Fahrschüler erst am Ende der Prüfungsfahrt mitgeteilt. Es kann jedoch Ausnahmen geben. Entscheiden tut dies einzig und allein der Fahrprüfer.
Im Fall der 9-Sekunden-Prüfung musste das Fahrzeug lediglich noch zurück in die Ausgangsposition gebracht werden. Dies übernahm der Fahrlehrer - auf Anweisung des Prüfers. "Herr Frey, fahren Sie bitte das Auto zurück". Anschließend verkündete der Fahrprüfer das offizielle Ergebnis der Fahrprüfung:
„Hiermit teile ich Ihnen das Ergebnis der Fahrprüfung mit: Nicht bestanden.“
Darauf folgte eine Erklärung der Gründe sowie ein positiver Ausblick für die nächste Prüfung.
Wie kann der Fahrlehrer in einer Prüfung eingreifen?
Während der praktischen Fahrprüfung sitzt der Fahrlehrer auf dem Beifahrersitz und trägt weiterhin Mitverantwortung für die Sicherheit im Fahrzeug. Deshalb verfügt er über zusätzliche Pedale, mit denen er im Notfall eingreifen kann.
Am häufigsten erfolgt ein Eingriff durch:
- Betätigung der Bremse
- Unterstützung beim Kuppeln (je nach Fahrzeug)
- Lenkeingriff
- Verbale - also gesprochene - Hinweise zur Gefahrenabwehr
- Nach Anweisung des Prüfers, wie in der 9 Sekunden Prüfung gezeigt.
Ein Eingreifen ist immer dann möglich, wenn eine gefährliche Situation entsteht oder andere Verkehrsteilnehmer gefährdet werden könnten.
Wichtig: Nicht jeder Eingriff führt automatisch zum Nichtbestehen der Fahrprüfung. Entscheidend ist der Grund des Eingriffs. Musste der Fahrlehrer oder Prüfer eingreifen, um eine Gefahr abzuwenden, wird die Prüfung in vielen Fällen als nicht bestanden bewertet.
Deshalb gilt: Sicherheit hat immer Vorrang. Prüfer und Fahrlehrer greifen nur dann ein, wenn sie die Situation als kritisch einschätzen oder eine unmittelbare Gefährdung erkennen.
Muss der Fahrlehrer zwingend eingreifen?
Wenn während der praktischen Fahrprüfung Situationen entstehen, die für das Prüfungsfahrzeug oder andere Verkehrsteilnehmer sicherheitskritisch sind, ist der Fahrlehrer verpflichtet einzugreifen.
Dies kann beispielsweise in folgenden Situationen erforderlich sein:
- Eine Ampel schaltet auf Rot und der Prüfling reagiert nicht rechtzeitig.
- Fehler beim Einordnen, etwa wenn sich der Prüfling in den Gegenverkehr einordnet.
- Vorfahrtsverstöße, beispielsweise bei „Rechts vor Links“.
- Fehler beim Einfahren in den fließenden Verkehr.
- Gefährdungen von Fußgängern, Radfahrern oder anderen Verkehrsteilnehmern.
Unterlässt der Fahrlehrer einen notwendigen Eingriff, kann dies schwerwiegende Konsequenzen für ihn nach sich ziehen. Aus diesem Grund steht die Verkehrssicherheit während der gesamten Fahrprüfung stets an erster Stelle.
Der Fahrlehrer greift daher nicht ein, um dem Prüfling zu helfen, sondern um Gefahren abzuwenden und die Sicherheit aller Beteiligten zu gewährleisten.
Warum wird diese Fahrprüfung mit durchgefallen bewertet?
Diese Fahrprüfung wird deshalb als nicht Bestanden (Durchgefallen) bewertet weil mehrere Dinge passiert sind.
- Es wurde zwar in den Spiegel gesehen, es fehlte aber, zur zusätzlichen Absicherung, der Schulterblick beim Anfahren
- Das hatte zur Konsequenz das der nachfolgende Verkehr nicht beachtet wurde
- Dadurch gab es nicht nur eine theoretische Gefährdung, sonderne eine echte, eine akute und reale Gefährdung → der Prüfer musste unmittelbar eingreifen (Stop) der Fahrlehrer musste ebenfalls sofort eingreifen und Bremsen, man hört das - im Hintergrund - am Beep-Signal.
Warum ist der Schulterblick so wichtig?
Der Schulterblick gehört zu den wichtigsten Grundregeln und Grundfertigkeiten in der Führerscheinprüfung, da er dazu dient, den toten Winkel abzusichern.
Wer ihn vergisst, kann andere in Gefahr bringen. Er kann also andere gefährden oder, noch schlimmer, sogar einen Unfall verursachen. In einer Fahrprüfung riskiert der Schüler damit ein sofortiges Durchfallen – insbesondere beim Anfahren oder Spurwechsel.
So vermeidest du den Schulterblick-Fehler in der Fahrprüfung
Der Schulterblick gehört zu den wichtigsten Sicherheitskontrollen im Straßenverkehr und wird in der Fahrprüfung besonders genau beobachtet. Damit du ihn nicht vergisst, solltest du dir eine feste Reihenfolge angewöhnen: Spiegel – Blinker – Schulterblick – Fahrmanöver. Wiederhole diesen Ablauf bei jeder Fahrstunde so oft, bis er zur Gewohnheit wird.
Besonders wichtig ist der Schulterblick vor dem Spurwechsel, beim Abbiegen, beim Anfahren vom Fahrbahnrand und in allen Situationen, in denen sich andere Verkehrsteilnehmer im Toten Winkel befinden könnten. Nimm dir für den Schulterblick bewusst einen kurzen Moment Zeit und führe ihn deutlich erkennbar aus. So zeigst du dem Prüfer, dass du den Toten Winkel kontrollierst und sicher unterwegs bist.
- Merke: Ein kurzer Schulterblick dauert weniger als eine Sekunde – kann aber entscheidend sein, um einen Prüfungsfehler oder sogar einen Unfall zu vermeiden.
Ist der fehlende Schulterblick ein typischer Fehler in der Klasse-B-Fahrprüfung?
Den Schulterblick zu vergessen, gehört zu den häufigsten Fehlern in der praktischen Fahrprüfung und führt oft zum sofortigen Nichtbestehen der Prüfung. Dies gilt für alle Führerscheinklassen – vom Pkw über Motorrad und Anhänger bis hin zu Lkw und Bus.
Auch in der folgenden Motorradprüfung spielt der Schulterblick eine wichtige Rolle. Dabei handelt es sich um eine ganz besondere Prüfung: Eine Fahrprüferin nimmt nach mehr als 50 Jahren Wartezeit erstmals eine Motorradprüfung ab.
